Freitag, 27 Februar 2015 10:44

DRM trifft die Falschen!

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Spiele, Musik, Filme, Ebooks – jegliche Digitale und physische Medien sind inzwischen mit Kopierschutzmaßnahmen und größtenteils mit DRM versehen. Das Recht der Privatkopie ist dadurch zur Farce verkommen.

Nicht selten fühlt man sich als Käufer eines Spiels verarscht, wenn man am Release-Tag mit überlasteten Servern zu kämpfen hat und sein neu erworbenes Spiel daher nicht beginnen kann. Viele Singleplayer-Games erfordern inzwischen eine aktive Internetverbindung und damit auch eine funktionierende Serverlandschaft des Anbieters. Immer wieder kommt es wegen Serverüberlastungen zu Behinderungen der Käufer, während „Spielepiraten“ meist zu Release, teilweise schon davor, eine funktionierende Spieleversion plus Crack vorfinden, der die Sicherheitsmechanismen umgeht. Während der Besitzer einer legalen gekauften Version gegängelt wird, kann der Pirat, den die Maßnahmen eigentlich treffen sollten, das erleben und genießen, was für den Käufer vorgesehen war.

Die wenigsten Kopierschutzvorkehrungen im Spielebereich sind wirksam und meist vor oder zum Release geknackt und gehen hauptsächlich den Kunden auf die Nerven. Was wirklich hilft ist ein guter Online Mehrspielermodus mit Langzeitmotivation.

Gleiches gilt für Musik und Filme, ja sogar Ebooks. Jegliche Schutzmaßnahmen führen zu Einschränkungen der Leute, welche bereit sind Geld zu zahlen, während Musikalben und Filme im Internet an jeder Ecke zu finden sind. Der Trend zu DRM im Musikbereich ist daher auf dem Rückweg, die meisten Online-Shops bieten ihre Downloads als freie MP3’s an und auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sieht Großteils mehr Schaden als Nutzen durch das harte Adobe DRM.

Auch in der Filmbranche haben Käufer Probleme mit DRM. Die Bluray spielt nicht weil der Player Probleme mit dem DRM hat oder ein Adapter, Receiver oder Splitter zwischen Player und Bildschirm geschaltet ist. Ebenso ist eine Digitalisierung der Bluray nicht möglich. Zwar gilt in Deutschland das Recht der Privatkopie, allerdings auch gleichzeitig das Verbot der Umgehung des Kopierschutzes.

Der Depp ist der Käufer

Während man bei Musik inzwischen auf den Kauf von Alben und Singles dank guten Streaming-Angeboten zu fairen Preisen verzichten kann, liegen „Video on Demand“-Anbieter mit meist kleinem Angebotsumfang noch zurück. Da in den USA inzwischen auch eher der Trend zu Senderexklusiven Plattformen schwappt, wird eine umfassende Streaming-Plattform zu günstigen Konditionen in nächster Zeit nicht möglich sein. Also bleiben bei Filmen und Serien nur die BluRay, das Kino oder die TV-Ausstrahlung bzw. bei dem Wunsch nach Serien in Original Ton nur die BluRay.

Bei Spielen sieht es der Videobranche ähnlich: Jeder Publisher kocht sein eigenes Süppchen und baut seine eigenen Kontrollplattformen. Die wenigsten nutzen bereits bestehende Plattformen bzw. verwenden diese zusätzlich mit „tollen“  Ironie Ergebnissen wie sie vor Jahren schon Käufer der GTA IV Steam-Version erleben durften: Steam-Account + Rockstar-Konto + Microsoft Live Account. Neben der Gängelung durch diverse Accounts und dauerhafter Internetverbindung kann man seine Spiele wegen der Accountbindung nicht mehr verkaufen. Der einzige Ausweg: Ein Spiel pro Konto und der komplette Verkauf des Account.

Steam bietet allerdings auch mit eins der umfassendsten Angebote an Spielen und die berüchtigten Summer/Autumn/Halloween/Winter/Easter-Sales locken die Spielerschaft mit bis zu 80% Rabatt. Jeder Steam-Nutzer hat daher mindestens ein Spiel, das er nicht einmal installiert; Jede Wette.

Will man Spiele ohne DRM bleiben einem wenige Möglichkeiten, eine davon ist Good Old Games (gog.com), wo DRM freie Spiele zum Verkauf stehen.

Grundsätzlich gilt allerdings: Käufer, und vor allem Vorbesteller und Day One Käufer, werden meist verarscht.

Daher => Release abwarten, Tests abwarten und dann Kaufen oder in einem der genannten Steam-Sales zuschlagen

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Gelesen 1400 mal Letzte Änderung am Samstag, 28 Februar 2015 11:50
David Christian

Ich bin Student der Sozioinfomatik an der TU KaiserslauternSeit meinem Abitur bin ich zudem am Fraunhofer IESE als Praktikant bzw. HiWi angestellt.

Dieser Blog entsteht im Rahmen der Vorlesung "Einführung in die Sozioinformatik" der TU Kaiserslautern.

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