Montag, 23 Februar 2015 11:23

Öffentliches Fernsehen - Quellenangabe: Youtube

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„Quelle: Youtube „ oder „Quelle: Internet“ – In vielen Nachrichtensendungen und anderen Formaten der Fernsehsender taucht diese Pseudo-Quellenangabe immer wieder auf, während die Sender ihren Content auf Youtube flaggen.

 

Ohne korrekte Quellenangabe nutzen viele Sender Youtube Fundstücke und deklarieren als Quelle „Youtube“, wenn ein Entdecker des „Neuland“ beteiligt ist oftmals sogar einfach nur „Internet“. Doch genau wie beim Fernsehen gibt es auf der Videoplattform Kanäle mit verschiedenen Formaten, hinter denen ein oder mehrere Künstler stecken. Die Quellenangabe der TV-Stationen ist daher genauso Sinn frei wie eine Quelle „Fernsehen“ oder „Medien“. Es wird Material verwendet und damit Geld eingespielt, ohne das der Urheber explizit genannt, geschweige denn um Erlaubnis gebeten wird.

Ein klarer Verstoß gegen das Urheberrecht, der dem Eigentümer oft erst im Nachhinein oder gar nicht auffällt. Forderungen nach Unterlassung stoßen oft auf taube Ohren oder verschwinden in den Untiefen der Sender-Bürokratie.

Für die Nachrichtensendungen scheint es der einfachste Weg zu sein an Bildmaterial aus Kriegsgebieten oder von Vorfällen zu gelangen, die Prüfung der Authentizität wird meistens vernachlässigt. Der Zuschauer glaubt den „Heute“-Nachrichten auch so, dass ein verpixeltes Handyvideo aus der Ukraine oder Syrien stammt, auch wenn die Herkunft und Wahrheitsgehalt der Quelle unbekannt ist.

Youtube Richtlinien zur Video-Nutzung in den Medien

Für die Urheberrechtsbeschränkungen interessieren sich die Medienanstalten meist nicht, obwohl sich auf der Seite der Google Tochter eindeutige Regeln zur Nutzung von Inhalten in Medien finden.

Unter Youtube -> „Presse und Blogs“ -> „Youtube für Medien“  findet sich unter der Überschrift „Erneute Ausstrahlung von Videos“ eine kurze 3 Punkte umfassende Richtlinie. Dort heißt es unter anderem, das „Obwohl YouTube über eine Lizenz zur Verbreitung des Videos verfügt, [ist] der YouTube-Nutzer der Rechteinhaber“ ist und dieser der Ansprechpartner für die Verwendung ist. Zudem muss die Plattform „Youtube“ sowie die Quelle mit Nutzername und, soweit bekannt, bürgerlichem Namen visuell und in gesprochener Form benannt werden. Nur dadurch sind Urheber- und Nutzungsrecht erfüllt.

Der Verweis, bei fehlender Rückmeldung des Youtubers nach den eigenen Redaktionsrichtlinien zu handeln, ist inzwischen von der Seite verschwunden und wäre auch nicht im Sinne des Urheberrechts. Der Urheber hat in Deutschland das Verwertungsrecht und kann daher über die Verbreitung entscheiden.

Der umgekehrte Fall

Während die Sender den Content-Creatorn kaum eine Möglichkeit bieten gegen die irreguläre Nutzung vorzugehen, bietet Youtube den Urhebern verschiedene Möglichkeiten gegen die Verwendung ihres Materials vorzugehen. Dies reicht von der Streichung der Monetarisierung des Clips, bei dem er Video-Creator keine Werbeeinahmen mehr bekommt, bis hin zum Entfernen des Videos wegen Urheberrechtsverstoßes.

So ist es häufig belegt, dass die Öffentlich-Rechtlichen trotz korrekter Quellenangabe Videos mit ihrem Inhalt haben entfernen lassen. Auf der einen Seite ist nur die Quellenangabe nicht ausreichend, da es der Erlaubnis des Urhebers bedarf, allerdings sind die Öffentlichen Medienanstalten von uns allen finanziert. Ohne über die Rechtmäßigkeit der GEZ, bzw. freundlicher formuliert, des Rundfunkbeitrag zu diskutieren, stammt der Großteil des Geldes mit dem ARD und ZDF sowie die Drittprogramme arbeiten aus dem Geldbeutel des Volkes. Für mich ist es daher nicht Nachvollziehbar warum die Verwendung von Inhalten, die unter anderem aus meiner Tasche, denn ja, ich als Student ohne BAFöG zahle den Rundfunkbeitrag von vollen 17,98€, finanziert wurden, ich also quasi ein Nutzungsrecht erworben habe, untersagt ist während Bürger aus dem direkten Ausland die Sender via Satellit kostenlos empfangen können.

Solange die Sender keine korrekte Quellenangabe angeben und Inhalte ohne Prüfung und Einverständnis des Urhebers senden, bleibt das Flaggen, vor allem durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, meiner Meinung ein Unding.

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Gelesen 1616 mal Letzte Änderung am Montag, 23 Februar 2015 18:45
David Christian

Ich bin Student der Sozioinfomatik an der TU KaiserslauternSeit meinem Abitur bin ich zudem am Fraunhofer IESE als Praktikant bzw. HiWi angestellt.

Dieser Blog entsteht im Rahmen der Vorlesung "Einführung in die Sozioinformatik" der TU Kaiserslautern.

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